Drei Tage lang feierte der Pfadfinderstamm Kurfürst Friedrich III von der Pfalz sein 70. Bestehen, stilecht mit einem großen Zeltlager neben dem Badesee der Biedensandbäder. Dort hatten die Stammesmitglieder zuvor trotz widriger Wetterbedingungen eine große Jurtenburg von 5 Metern Höhe, sieben Schlafkohten, eine Feuerjurte, ein Lagertor und erstmals einen Glockenturm mit funktionierender Turmuhr aufgebaut.

In der Jurtenburg versammelten sich die 45 Lagerteilnehmer zur abendlichen Singerunde am Lagerfeuer. Gleichzeitig war die zentrale Jurte an den Wänden mit zahlreichen Fotos und Dokumenten aus der siebzigjährigen Geschichte bestückt. Zu den ständigen Lagerteilnehmern kamen täglich viele ehemalige Stammesmitglieder hinzu. Zwei davon hatten eigens die Reise aus der Schweiz angetreten.

Speziell für die auswärtigen Gäste aus dem Gau Burgund war am Samstag ein Stadterkundungsspiel organisiert worden, das die Pfadis kreuz und quer durch die Lampertheimer Gemarkung führte. Alle Gruppen haben die ihnen gestellten Aufgaben hervorragend gelöst.

Während die Jüngeren im Stadtgebiet unterwegs waren, grillten die Älteren auf einem großen Spieß ein Lamm, das von Stammesmitglied Peter Medert beigesteuert wurde. Nach 5 Stunden war es gar und wurde mit großem Appetit am Abend verspeist.

Höhepunkt war der Sonntag, der neben dem Gottesdienst anlässlich des Jubilares in der Domkirche einen Besuchertag vorsah. Frühmorgens machten sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder zu Fuß auf den Weg zur Domkirche, wo sie zusammen mit den Gitarristen ihre Liedbeiträge einsungen. Eingeladen waren die Gemeindemitglieder der Lukas- und Martin-Luther-Gemeinde. Gekommen waren auch zahlreiche Pfadfinderfreunde aus benachbarten Stämmen, so dass die Kirche gut gefüllt war.

Gemeinsam mit Pfarrer Sven Behnke zogen die Bannerträger in die Kirche ein. Der Gottesdienst stand unter dem Zeichen des Regenbogens, so wie das gesamte Jubiläumslager, der die Brücke zwischen den Pfadfindern und dem Glauben nach Jesus Christus als Bund des Lebens und Zeichen des Friedens, der Vielfalt und Toleranz symbolisieren sollte.

Die Wölflinge präsentierten die vielfältigen Farben des Regenbogens. Pfarrer Behnke griff in seiner Predigt die Werte und Grundsätze der Christlichen Pfadfinderschaft auf. Der Stamm sang mit Gitarrenbegleitung das Lied „Von überall sind wir gekommen“, besser bekannt als Regenbogenlied und sein Stammeslied „Leinen Los“.

Das Wetter am Sonntag zeigte sich von seiner besten Seite, so dass die zahlreichen Besucher im Freien ihr Mittagessen genießen konnten. Für die Kinder und Jugendlichen waren verschiedene Aktionen vorbereitet, unter anderem Stockbrotrösten, Stofftaschen bedrucken, Gipslilien bemalen. Dosenwerfen und weiter Spiele stellten die Teamer in Zusammenarbeit mit dem Kinder-&Jugendausschuss der ev. Lukasgemeinde zur Verfügung. Großen Andrang herrschte an der alten Obstmühle, wo naturreine Äpfel zermahlen wurden und anschließen in der Kelter mit Muskelkraft ausgepresst wurden. Der Apfelsaft fand dankbare Abnehmer.

Vor der Kaffee und Kuchenrunde kamen die Ehrengäste zu Wort. Bürgermeister Gottfried Störmer überbrachte die Glückwünsche der Stadt und des Magistrates. Sein Geburtstagsgeschenk, eine große Torte mit dem Lagersymbol, war bald danach restlos aufgegessen.

Zwei Vertreter des örtlichen Lions Club würdigten die langjährige Jugendarbeit des Stammes und hatten eine riesengroße Überraschung dabei – ein Scheck über 1000 Euro, der dankbar vom Stammesführer Adrian Zähringer entgegen genommen wurde.

Pfarrer Sven Behnke beglückwünschte den Stamm im Namen der beiden evangelischen Gemeinden und bat für die Zukunft um Gottes Segen.

Nach dem Kaffee lud Pfadi-Zauberer Rabanus am Seeufer zu seiner Show ein. Die Zuschauer, insbesondere die Kinder, waren begeistert von seinen Zauberkunststücken.

Drei Tage Jubiläumslager vergingen wie im Flug. Schön waren die vielen menschlichen Begegnungen. Man konnte die Verbundenheit richtig spüren. Das Jubiläum war gelungen und gibt Mut für die künftigen Jahre.

Text: Jolle